GA4: WARUM SIE JETZT EINE GOOGLE ANALYTICS 4 PROPERTY AUFSETZEN SOLLTEN

Seit einigen Monaten stellt Google eine neue Version von Google Analytics zur Verfügung. Nach der letzten Google Analytics Version, Universal Analytics oder auch GA3, kann nun GA4 genutzt werden.

 

Das Herzstück der weiterentwickelten Version sei, so Google, der Machine-Learning-Ansatz, der automatisch dabei helfe, hilfreiche Insights und ein umfassendes Verständnis der eigenen Kunden über alle Devices und Plattformen hinweg zu gewährleisten. GA4 kann auf Trends in den Daten hinweisen, die vom Normalzustand abweichen: ein Produkt wird beispielsweise plötzlich nicht mehr gekauft, eine Quelle liefert keinen Traffic mehr, die Conversionrate steigt an. Dadurch hilft das Tool seinen Nutzern noch umfassender, Entscheidungen zu treffen – und soll sogar prädiktive Werte ausweisen…

 

So die Theorie, die Google präsentiert.

Doch ist es wirklich notwendig, schon heute GA4 zu nutzen? Es gibt doch immer noch Universal Analytics und GA4 ist noch nicht komplett ausgereift?

Wir denken: ja. Nicht nur, weil GA4 beim Erstellen einer neuen Property als Default eingesetzt wird (und somit in der Zukunft sicher an Relevanz gewinnt) – auch, weil man parallel zum ursprünglichen Universal Analytics bereits heute Daten sammeln und zudem das Tool mit seinen Features kennenlernen kann. Einige davon möchten wir in unserem Artikel kurz vorstellen…

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Tracking von Web und Mobile App Data

Eine tolle Weiterentwicklung, falls Sie Website- und Mobile-App-Daten kombiniert analysieren möchten: GA4 ermöglicht erstmals das Tracking sowohl von Website- als auch Mobile-App-Daten in einer Property. User Journeys können somit Cross-Device und Cross-Plattform dargestellt und KPIs wie Unique Users über Geräte hinweg ausgewiesen werden.

Umfangreiche Datenvisualisierungen und Reportings

Die Möglichkeiten der individuellen Datenvisualisierungen innerhalb von GA4 sind eine weitere Weiterentwicklung zur Vorgängerversion, in der detaillierte Analysen nur für GA 360 Nutzer zur Verfügung standen.

 

Startet man GA4, wird einem in der “Bericht”-Ansicht ein Bericht-Snapshot dargestellt, der die wichtigsten Metriken aufweist und Fragen beantwortet wie: Woher sind die Nutzer gekommen, welche war meine erfolgreichste Kampagne und welche Seiten werden am häufigsten aufgerufen? Der zusammenfassende Bericht kann durch eine Vielzahl an weiteren Kacheln erweitert werden.

 

Noch spannender wird es in der “Erkunden”-Ansicht, denn hier können, als Nachfolger der benutzerdefinierten Berichte in GA3, explorative Datenanalysen erstellt werden.

Aus einer Vorlagen-Galerie können zum Beispiel Trichter- oder Pfadanalysen ausgewählt und individuell angepasst werden, um zu verstehen, welche Wege Nutzer bis zum Kauf oder einem anderen relevanten wählbaren Event tätigen – oder auch nicht – um die User Journeys im Nachgang zu optimieren.

 

Mit Segmentüberschneidungen kann man erforschen, inwiefern sich verschiedene Nutzersegmente ähneln oder unterscheiden, um dann ggf. neue Segmente zu erstellen, auf deren Basis das Nutzerverhalten analysiert werden kann.

 

Die Nutzer-Lifetime-Analyse zeigt auf, wie sich Nutzer verhalten haben, seit sie die Website das erste Mal besucht haben.

Diese und weitere Reportings sind in GA4 frei verfügbar, funktionieren aber besser mit einer breiten Datengrundlage – daher: am besten jetzt eine GA4 Property anlegen!

Vereinfachtes Event- und Conversion-Tracking

Ein grosser Unterschied zwischen Universal Analytics und GA4 ist ihre unterschiedliche Messmethodik.

UA basiert auf Sessions, das heisst die Aktivitäten von Nutzern werden immer auf einen bestimmten Zeitraum bezogen, wohingegen GA4 auf einem Event-basierten Modell aufbaut. Jede Nutzeraktivität wird als Event gesehen, selbst der Page View. Dadurch gibt es wesentlich detailliertere Informationen zu Events. Zudem werden die meisten Events, beispielsweise der Page View, Scrolling, Datei-Download, Outbound Clicks und Video Views, automatisch getrackt – Custom Events können aber weiterhin individuell angelegt werden. Das Setup von Conversions auf Basis dieser Events erfolgt dann durch einfaches Anklicken eines kleinen “Hebels” – und ist unlimitiert (bei UA können maximal 20 Conversions angelegt werden)!

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Predictive Analytics

Machine Learning macht’s möglich: GA4 kann Nutzerverhalten und Umsatzzahlen vorhersagen und Fragen beantworten wie 

– Welches Nutzersegment hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, in den nächsten Tagen einen Kauf zu tätigen? 

–Welches Segment neigt dazu, den Kauf abzubrechen? 

– Wie hoch wird der Umsatz in den kommenden 28 Tagen sein?

 

Um diese Daten vorhersagen zu können, muss der Algorithmus gefüttert, das heisst möglichst viele Kauf-, Abbruch- und Umsatzdaten müssen getrackt werden. Sobald die GA4 Property aufgesetzt ist, sollte also ein Kauf-Event angelegt werden, um fleissig Daten zu sammeln.

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Mit oder ohne Cookies

Wir hatten bereits über das Ende der Cookie-Ära und die Änderungen berichtet, die damit für das digitale Ökosystem einhergehen. Ein möglicher Einschnitt kann auch Analytics-Daten und deren Nutzung betreffen: wenn Cookies oder andere Identifiers wegfallen, werden Daten zunehmend unvollständig. Hier hilft wieder Machine Learning: durch das Sammeln von Nutzerdaten zum jetzigen Zeitpunkt können später entstehende Lücken durch Data Modeling gefüllt werden.

Fazit: Wie gehe ich am besten mit GA4 um? 

Damit Google bereits fleissig Daten sammeln und das Maschinen Lernen in Gang setzen kann, ist es sinnvoll, eine GA4 Property zusätzlich zur UA Property anzulegen.

So können Sie bereits lernen, wie das neue Analytics funktioniert, wie man Daten visualisiert oder welche Metriken es gibt, gleichzeitig aber weiterhin Ihre alte UA Property nutzen. Der Blick in die Zukunft macht deutlich: spätestens ab dem Wegfall von Third Party Cookies wird es notwendig, fehlende Daten zu modellieren und Google Analytics 4 stellt dies in Aussicht.

Jetzt GA4 Property anlegen: eine Kurzanleitung

1. Klicken Sie in Ihrer bestehenden UA Property auf “Verwaltung”

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3. Klicken Sie auf “Jetzt starten”.

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2. Wählen Sie dort den “Assistent zum Einrichten einer GA4-Property”

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4. Jetzt müssen Sie die Property nur noch erstellen – diese läuft dann parallel zur ursprünglichen Universal Analytics Property.

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